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Die Folgenden Informationen wurden von der Fonds Finanz zur Verfügung gestellt.

Juli 2026

Sicher mit dem Wohnmobil unterwegs 

Spätestens seit den Pandemiejahren erleben Wohnmobile in Deutschland einen Boom. Rund 900.000 dieser Fahrzeuge waren 2024 bei deutschen Gesellschaften haftpflichtversichert, ein Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuvor, zwischen 2019 und 2023, hatte die Zahl der Wohnmobile bereits um über 50 Prozent zugelegt. 

Auch wenn diese Fahrzeugklasse weniger Schäden verursacht als Pkw (36 vs. 50 Schadensfälle pro 1.000 Verträge): Eine Haftpflichtversicherung ist natürlich gleichermaßen vorgeschrieben. Empfehlenswert ist zudem eine Kaskoversicherung, die Schäden am Wohnmobil selbst abdeckt. Überdies lässt sich das Sicherheitsgefühl noch mit speziellen Inhaltsversicherungen für Wohnmobile erhöhen. Sie springen ein, wenn Inventar beispielsweise durch Feuer oder Überschwemmung beschädigt oder wenn bei einem Einbruch hochwertige Güter wie E-Bikes gestohlen werden. Zwar bietet auch die Außenversicherung einer Hausratpolice Schutz dafür. Meist gelten aber, je nach Tarifzuschnitt, enge Grenzen, etwa eine zeitliche Beschränkung oder eine Deckelung auf einen bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme.

Für kurze Zeit Billionär 

Nach dem stark gehypten Börsengang seiner Weltraumfirma SpaceX am 12. Juni war Elon Musk für knapp zwei Wochen der erste Billionär der Geschichte. Auf 1.075 Milliarden US-Dollar taxierte der Bloomberg Billionaires Index sein Vermögen. Die hochfliegenden Hoffnungen der Kapitalmarktteilnehmer stützten sich im Wesentlichen auf die Innovations- und Überzeugungskraft des SpaceX-Gründers, dessen Ingenieure es erstmals schafften, eine Trägerrakete ins All zu schicken und anschließend wieder auf der Erde landen zu lassen. 

Die nackten Unternehmenszahlen hingegen ließen schon früh Zweifel an einer Überbewertung aufkommen. Und so holten sich insbesondere Anleger, die in den ersten Tagen nach Börsengang eingestiegen sind, heftige Schrammen: Von seinem Hoch bei über 180 Dollar stürzte der Kurs bis zum 24. Juni auf gut 130 Dollar ab, das Unternehmen verlor dabei über 600 Milliarden Dollar an Wert. Den Chef selbst dürfte der – vermutlich temporäre –Verlust des Billionärsstatus nicht allzu sehr betrüben: Laut Bloomberg ist sein Vermögen seit Jahresbeginn trotz der SpaceX-Baisse um mehr als 330 Milliarden Dollar gewachsen.

Raus aus Riester? 

Im Zuge der Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge erhalten Riester-Sparer die Möglichkeit, in das neue Fördersystem zu wechseln. Für die rund 15 Millionen Riester-Verträge gilt jedoch Bestandsschutz, und den zu nutzen kann auf lange Sicht von Vorteil sein. Ein Umsatteln sollte daher sorgfältig überlegt werden – wer einmal raus aus Riester ist, kann nicht wieder zurück.

Im Vergleich schneiden vor allem ältere Riester-Verträge mit hohem Garantiezins gut ab. Auch Familien profitieren stark von der Förderung, insbesondere solche mit geringem Einkommen und mehreren Kindern. Zudem lohnt sich ein Wechsel kurz vor Rentenbeginn in der Regel nicht mehr. „Interessant kann das neue System vor allem für jüngere Sparerinnen und Sparer mit langem Anlagehorizont sein, die mehr Kapitalmarktchancen nutzen wollen“, fasst der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zusammen. Riester-Sparer, die unsicher sind, ob ein Umstieg sinnvoll wäre, sollten fachkundige, unabhängige Beratung in Anspruch nehmen.

Vorsicht vor Links und Telefonnummern in SMS 

Ein langjähriger Kunde einer großen Online-Trading-Plattform erhielt im Februar eine SMS, die von der Plattform zu stammen schien und wie üblich im entsprechenden Nachrichtenverlauf (Thread) angezeigt wurde. Die Sprache war fehlerfrei und stilistisch nicht auffällig. Inhalt der SMS war eine Warnung: Es sei eine größere Auszahlung vorgemerkt worden. Wenn der Kunde sie nicht selbst veranlasst habe, solle er eine in der SMS angegebene Nummer anrufen. Das tat der besorgte 24-Jährige, woraufhin er mit einem akzentfrei Deutsch sprechenden vorgeblichen Mitarbeiter der Plattform verbunden wurde. Dieser forderte ihn auf, sein Guthaben sofort auf ein „Treuhandkonto“ zu überweisen, andernfalls drohe der Totalverlust. Verängstigt folgte der Kunde der Anweisung und transferierte über 18.000 Euro. Die sind nun weg, denn SMS und Callcenter stammten von Betrügern. 

Der Fall sorgte für große Aufmerksamkeit und dürfte dazu beigetragen haben, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einige Wochen später eine Warnung vor dieser Abzockmethode herausgab. Technisch wird sie durch sogenanntes SMS-Spoofing ermöglicht, das Versenden einer SMS unter falscher Nummer. Es empfiehlt sich deshalb, bei Links oder Telefonnummern, die per SMS zusammen mit alarmierenden Aufforderungen zur Kontaktaufnahme geschickt werden, höchst misstrauisch zu sein.

Neue Herausforderung für Versicherer: KI-gestützte Betrugsversuche 

Mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugte Bilder sind mittlerweile selbst für geübte Augen nicht mehr von authentischen Fotos zu unterscheiden. Die Betrugsbekämpfung im Versicherungswesen macht das naturgemäß nicht einfacher. Es braucht heutzutage kein technisches Know-how mehr, um Schadensbilder oder Dokumente wie Rechnungen zu fingieren, auch eine plausible Schilderung des angeblichen Schadenshergangs liefert die KI auf Wunsch mit. 

Für die Versichertengemeinschaft, die am Ende für die ergaunerten Summen geradestehen muss, ist das eine besorgniserregende Entwicklung. Schon bisher, mit konventionellen Betrugsmethoden, flossen pro Jahr nach einer Schätzung des Branchen-Gesamtverbands GDV rund 6 Milliarden Euro unrechtmäßig aus den Kassen der Schaden- und Unfallversicherer ab.

Hoffnung stiftet indes, dass die KI beides kann: Betrugsbeihilfe und Betrugsaufdeckung. So nutzen die Versicherer verstärkt selbst KI, um Schadensfälle zu prüfen. 

„Die große Mehrheit der Versicherten reicht Schäden korrekt ein“, betont der GDV. „Gleichzeitig ist Versicherungsbetrug kein Kavaliersdelikt. Wer Fotos manipuliert, Belege fälscht oder Schäden vortäuscht, riskiert nicht nur den Verlust des Versicherungsschutzes, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen.“

Neue Förderung für Umwandlung von Büros in Wohnungen 

Auf der einen Seite herrscht in den deutschen Städten eklatante Wohnraumknappheit, die zunehmend zum sozialen Problem wird. Auf der anderen wächst der Leerstand in Bürogebäuden, insbesondere in solchen, deren Zuschnitt, Lage und Ausstattung heutigen Ansprüchen kaum noch gerecht werden. Aktuell werden landesweit mehr als 12 Millionen Quadratmeter Bürofläche nicht genutzt. Da liegt die Idee nahe, einen möglichst großen Teil dieser Bestandsgebäude in Wohnraum zu verwandeln. Viele Immobilieninvestoren scheuen jedoch die oft enormen Umbaukosten. 

An sie wendet sich ein neues Förderprogramm der Bundesregierung: Für jede neu geschaffene Wohneinheit können seit Anfang Juli 30.000 Euro Zuschuss beantragt werden; pro Investor ist die Gesamtfördersumme auf 300.000 Euro begrenzt. Bedingung ist, dass bestimmte Auflagen zur energischen Sanierung befolgt werden. Insgesamt stehen laut Bundesbauministerin Verena Hubertz 300 Millionen Euro für das Programm bereit. Bewilligung und Auszahlung der Förderung erfolgen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Das Werkstattrisiko hat Grenzen 

Wenn eine Kfz-Werkstatt unwirtschaftlich arbeitet oder falsche Abrechnungen vorlegt, muss prinzipiell der Unfallverursacher bzw. seine Haftpflichtversicherung die Zusatzkosten übernehmen. Im Rechtsdeutschen heißt das Werkstattrisiko. Dass die Werkstätten damit keinen Haftungsfreibrief erhalten, hat indes das Landgericht Saarbrücken kürzlich in zweiter Instanz bestätigt: Zu den Aufgaben eines Fachbetriebs gehöre es, die in einem Schadengutachten vorgesehenen Reparaturarbeiten auf ihre Plausibilität und Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Geschehe das nicht und werde die Reparatur dadurch teurer als nötig, sei die Werkstatt schadensersatzpflichtig. 

Im Saarbrücker Fall hatte eine Werkstatt für die Lackierung eines Unfallfahrzeugs – wie im privaten Gutachten angesetzt – 80 Arbeitswerte abgerechnet. Die Herstellervorgaben sahen dafür allerdings nur 56 Arbeitswerte vor, weshalb der Versicherer lediglich fünf Sechstel des Rechnungsbetrags erstatten wollte. Den Rest, rund 1.000 Euro, muss die Werkstatt nach dem Urteil nun abschreiben.

Europas Risikoscheu kostet doppelt 

Rund 15 Prozent ihres Nettoeinkommens legen die Europäer auf die hohe Kante. Damit beläuft sich die Sparquote auf das Dreifache der US-amerikanischen. Doch während jenseits des Atlantiks laut Boston Consulting Group 56 Prozent der Haushalte am Kapitalmarkt investieren, sind es in Europa nur 27 Prozent. Etwa 12 Billionen Euro lassen die Europäer unverzinst oder mit Miniverzinsung herumliegen, als Bankeinlagen oder Bargeld. 

Diese Risikoscheu wirkt sich in zwei Richtungen negativ aus: Zum einen könnte der Wohlstand mit mehr Engagement in Aktien(-fonds) und Anleihen wesentlich schneller wachsen, denn diese bringen –zumindest in der bisherigen Börsenhistorie – langfristig zuverlässig höhere Renditen. Damit könnte der Schieflage der Rentensysteme entgegengewirkt werden. Zum anderen schwächt die europäische Zurückhaltung die hiesigen Kapitalmärkte und damit die Wettbewerbsfähigkeit. Um zu wachsen, müssen sich die Unternehmen statt auf Investitionskapital von Anlegern stärker auf Bankkredite stützen. In der Folge wählen boomende Start-ups häufig lieber die USA für einen Börsengang als Europa.

Juni 2026

Mehr als jeder zehnte Internetnutzer von Cybercrime betroffen – mindestens 

Cyberkriminalität lauert im Netz an allen Ecken: im E-Mail-Eingang, in (Fake-)Onlineshops, in sozialen Netzwerken. Wer einmal nicht aufpasst, kann schnell größere Geldsummen oder sensible bzw. kostbare Daten auf Nimmerwiedersehen verlieren. Im vergangenen Jahr ist das laut „Cybersicherheitsmonitor 2026“, herausgegeben vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK), 11 Prozent der Internetnutzer in Deutschland passiert. Da bei Weitem nicht alle Fälle zur Anzeige gebracht werden, ist von einer beträchtlichen Dunkelziffer auszugehen. 

Von den erfassten Fällen betreffen 22 Prozent den vermeintlichen Kauf in Onlineshops, die gar nicht real existierten. Bei 18 Prozent wurden Daten entwendet bzw. zerstört. Es folgen Betrug beim Onlinebanking (13 Prozent), Phishing-Attacken (12) – also E-Mails in falschem Namen mit schädlichen Links oder Anhängen – und Identitätsdiebstahl (10). Dabei spielen auch KIDeepfakes eine wachsende Rolle: 5 Prozent der Cybercrime-Betroffenen berichteten davon. 

Neben sorgfältiger Prävention und Wachsamkeit kann auch eine Cyberversicherung bei der Risikoentschärfung helfen. Sie trägt je nach Tarifgestaltung finanzielle Schäden, unterstützt bei der Schadensbegrenzung, etwa bei der Datenwiederherstellung, oder bei der juristischen Verfolgung. Auch Darknet-Monitoring ist oft inklusive, um aufzudecken, wenn die eigenen Finanzdaten gehackt und ins Netz gestellt wurden.

Börsenkurse geben sich von Krisen unbeeindruckt 

Während die Weltkonjunktur die Sperrung der Straße von Hormus verkraften muss und die Wachstumsprognosen geradezu monatlich nach unten korrigiert werden, bewegen sich die Aktienkurse weiter auf Rekordniveau. Der deutsche Leitindex DAX 40 näherte sich Ende Mai erneut seinem Allzeithoch, obwohl die deutsche Wirtschaft vergleichsweise stark unter dem Irankrieg leidet. Der US-amerikanische Index NASDAQ 100 übersprang am 26. Mai erstmals in seiner Geschichte die Marke von 30.000 Punkten. Auch der Dow Jones und der japanische Nikkei erreichten nach einem Einbruch im März neue Rekordstände. 

Der Optimismus der Börsianer speist sich im Wesentlichen aus dem Boom der künstlichen Intelligenz, in die derzeit gewaltige Investitionen fließen. Dass diese irgendwann die erhofften Gewinne einspielen werden, ist jedoch keineswegs garantiert, weshalb manche Marktbeobachter von einer großen Wette sprechen. Umso wichtiger ist es für Anleger, ihr Geld breit zu diversifizieren und kein KI-Klumpenrisiko einzugehen.

Warum moderne Kfz-Assistenzsysteme Schäden, aber nicht Kosten reduzieren 

Viele Menschenleben wurden durch die Assistenzsysteme, die in heutigen Autos verbreitet sind, schon gerettet – ob durch Spurhalte- oder Müdigkeitswarner, Notbrems- oder Rückfahrassistent. Zudem senken sie die Schadensfallzahlen und -ausmaße. Das müsste sich auf den ersten Blick günstig auf die Versicherungsbeiträge auswirken, schließlich hängen die wesentlich vom Schadensaufkommen ab. 

Doch mit einer Entlastung ist laut der Trendanalyse „Kfz-Versicherung 2040 –Automatisiertes Fahren & E-Mobilität“ des Versicherer-Gesamtverbands GDV nicht zu rechnen. Denn all die zusätzliche Technik macht die Fahrzeuge auch komplexer und Reparaturen aufwendiger und teurer. Dadurch wird das sinkende Schadensaufkommen – die Analysten prognostizieren ein Minus von 9 bis 14 Prozent bis 2040 – mehr als kompensiert. 

„Technologie macht das Autofahren sicherer, aber nicht automatisch günstiger. Ersatzteile und Reparaturen sind im vergangenen Jahrzehnt um durchschnittlich 3,7 Prozent pro Jahr teurer geworden – das ist der stärkste Kostentreiber“, resümiert die stellvertretende GDVHauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach.

Baufinanzierungsvolumen auf höchstem Stand seit fast 4 Jahren 

Die Immobilienpreise sind weiterhin hoch, die Bauzinsen bewegen sich ebenfalls nicht auf Schnäppchenniveau, und die Multikrisen setzen der Konjunktur zu: keine günstigen Ausgangsbedingungen für den Kauf oder Bau eines Eigenheims, sollte man meinen. Dennoch wurden im ersten Quartal dieses Jahres 61,2 Milliarden Euro an Wohnungsbaukrediten vergeben – so viel wie seit dem Ende der Niedrigzinsphase Mitte 2022 nicht mehr. 

Ein ausschlaggebender Grund dürfte in der Erwartung weiter steigender Zinsen liegen. Spätestens mit Beginn des Irankriegs haben sich Hoffnungen auf eine baldige Leitzinssenkung in Luft aufgelöst. In einer aktuellen Expertenumfrage prognostizieren 60 Prozent der Teilnehmer langfristig steigende Bauzinsen. Denn selbst wenn die Straße von Hormus bald wieder befahrbar sein sollte, rollt die erste Inflationswelle unaufhaltsam heran. Als Reaktion darauf, so die allgemeine Erwartung, wird die Europäische Zentralbank die Leitzinsen anheben, womöglich schon in den kommenden Tagen.

2027 kommt die digitale Brieftasche 

Das Bundeskabinett hat kürzlich das Digitale-Identitäten-Gesetz (DIdG) auf den Weg gebracht, mit dem EU-Recht umgesetzt werden soll. Es sieht ab dem 2. Januar 2027 die Einführung einer digitalen Brieftasche für alle Bürger vor, einer sogenannten EUDI-Wallet. Darin sind dann Identitätsdaten, Personalausweis oder Führerschein gespeichert.

Die EUDI-Wallet wird auch die Kommunikation zwischen Versicherern und Kunden vereinfachen, etwa mit einer automatisierten, medienbruchfreien Identitätsprüfung und mit schnelleren, betrugssichereren Schadensmeldungen. Dadurch müssen zukünftig weniger Dokumente ausgetauscht werden. 

Für den Schutz der sensiblen Daten soll ein strenges Sicherheitsreglement sorgen. Wie die an der Entwicklung der EUDI-Wallet federführend beteiligte Bundesagentur für Sprunginnovationen vermeldet, sollen die Daten lokal auf dem Gerät gespeichert und nur nach aktiver Freigabe geteilt werden können, und zwar nur mit Organisationen, die staatlich registriert sind. Bei einem Verlust des Geräts könne man die Wallet sperren und auf einem neuen wieder einrichten.

Fondsbranche vermeldet guten Start ins Jahr 

Über 40 Milliarden Euro steckten die Deutschen im ersten Quartal dieses Jahres in Fonds – und zwar netto, also nach Abzug der Abflüsse. Wie der Branchenverband BVI in seiner Absatzstatistik mitteilte, waren vor allem offene Publikumsfonds gefragt, die mit einem Zuwachs von 33,6 Milliarden Euro den besten jemals erfassten Jahresstart verzeichneten. Insgesamt verwalten die deutschen Fondsgesellschaften nun 4.855 Milliarden Euro. 

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) erwiesen sich erneut und mehr denn je als Publikumslieblinge: 22,3 Milliarden Euro flossen ihnen von Anfang Januar bis Ende März zu. Im Vorjahreszeitraum waren es 16,7 Milliarden. Am anderen Ende der Beliebtheitsskala rangieren Immobilienfonds, aus denen die Anleger unterm Strich 1,8 Milliarden Euro abzogen. Damit setzt sich der Negativtrend der Vorquartale fort. In Rentenfonds investierten die Bundesbürger und die institutionellen Anleger netto 7,7 Milliarden Euro, während Geldmarktfonds neue Mittel im Volumen von 5,1 Milliarden Euro akquirieren konnten.

Schäden durch Fahrraddiebstähle bleiben auf hohem Niveau 

Rund 115.000 gestohlene Fahrräder wurden den deutschen Versicherern 2025 gemeldet, wie deren Gesamtverband GDV kürzlich bekannt gab. Das markiert einen neuen Tiefststand – vor 20 Jahren waren es mehr als doppelt so viele, 2022 noch 150.000. Dieser erfreuliche Trend wird jedoch durch die steigenden Werte konterkariert: Die durchschnittliche Schadenssumme erreichte mit 1.270 Euro ein Allzeithoch (2006: 370 Euro; 2022: 1.000 Euro). Dadurch verbleibt der insgesamt von den Versicherern ausgezahlte Betrag auf dem Rekordniveau von circa 150 Millionen Euro, wo er seit 2022 verharrt. 

„Viele Fahrräder sind heute deutlich teurer als noch vor wenigen Jahren. Deshalb sollten Versicherte regelmäßig prüfen, ob der Versicherungsschutz noch zum aktuellen Wert des Fahrrads passt“, empfiehlt der GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Grundsätzlich greift die Hausratversicherung, wenn ein Fahrrad bei einem Einbruch in Keller, Wohnung oder Garage entwendet wird. Für Schutz im öffentlichen Raum benötigt man einen ExtraVersicherungsbaustein. Gerade bei hochwertigen Zweirädern kann aber für eine umfassende Absicherung eine eigene Fahrradversicherung sinnvoll sein.

Zahl der Superreichen in Deutschland kräftig gestiegen 

Mit „Ultra High Net Worth Individuals“ werden in der Finanzsprache Menschen bezeichnet, die über mehr als 100 Millionen US-Dollar verfügen, zumindest nach der Definition des Beratungsunternehmens BCG. Immobilien sind dabei außen vor, es zählen lediglich Finanzwerte wie Aktien und Fondsanteile, Bar- und Kontoguthaben, Schuldverschreibungen und Pensionen. Das Vermögen muss die 100-Millionen-Grenze pro Kopf überschreiten, um zum erlesenen Kreis der Superreichen zu gehören, ein Familienbesitz in dieser Höhe reicht nicht aus. Trotz dieser hohen Hürden zählen in Deutschland laut „BCG Global Wealth Report“ mittlerweile rund 5.000 Menschen dazu, ein Zuwachs von 1.100 gegenüber dem Vorjahr. Die Superreichen verfügen über 27,3 Prozent des gesamten deutschen Finanzvermögens. 

Dieses beträgt rund 12,4 Billionen US-Dollar, womit Deutschland weltweit an vierter Stelle rangiert, nach den USA (147 Billionen), China (41,5 Billionen) und Japan (15,6 Billionen). Als eher vorsichtige Anleger halten die Bundesbürger allerdings vergleichsweise wenige Aktien und setzen eher auf Sachwerte wie Immobilien oder Edelmetalle. Deren Gesamtwert taxiert BCG auf 13,4 Billionen US-Dollar, womit sie mehr als die Hälfte des deutschen Vermögens ausmachen.

Mai 2026

Zahl der Wohnungseinbrüche weiter angestiegen 

Nach rund 95.000 Fällen im Vorjahr regulierten die deutschen Versicherer 2025 circa 100.000 Schäden infolge von Wohnungseinbrüchen, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kürzlich mitteilte. Damit hält ein unseliger Trend an: Bereits seit 2021 (70.000) zeigt die Kurve Jahr für Jahr nach oben. Im längerfristigen Vergleich allerdings sind die Zahlen noch moderat – von 2011 bis 2016 lagen sie über 150.000, in der Spitze sogar bei 180.000 Fällen. 

Kräftiger stiegen indes die Schadenssummen pro Wohnungseinbruch: 3.850 Euro überwiesen die Versicherer im Durchschnitt, rund 200 Euro mehr als 2024. In Summe ergab das über 380 Millionen Euro, ein Ausgabenplus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Der GDV empfiehlt zur Prävention vor allem mechanische Vorrichtungen: „Einbrecher suchen den schnellen Weg und scheitern oft: Knapp die Hälfte aller Einbruchsversuche bleibt laut Polizeilicher Kriminalstatistik im Versuchsstadium stecken, häufig weil die Sicherungstechnik standhält. Wer die richtigen Stellen sichert, schreckt die meisten Täter bereits ab.“

Weiterer offener Immobilienfonds setzt Anteilsrücknahme aus 

Die Assetklasse der offenen Immobilienfonds (OIF) steht unter verschärftem Druck, seit die Anleger in großem Stil ihr Geld zurückholen wollen. Allein seit Januar 2025 sind unterm Strich mehr als 10 Milliarden Euro abgeflossen. Die daraus resultierenden Liquiditätsnöte zwingen nun bereits den dritten Fonds in diesem Jahr zu einem Rücknahmestopp. Das Management des UBS (D) Euroinvest Immobilien teilte mit, „dass die liquiden Mittel des Immobilien-Sondervermögens nicht ausreichen, um den Rücknahmepreis für die zur Rückgabe vorgelegten Anteile zu zahlen und die ordnungsgemäße laufende Bewirtschaftung des Immobilien-Sondervermögens sicherzustellen“. 

Marktbeobachtern treibt besonders die Tatsache Sorgenfalten auf die Stirn, dass dieser Fonds sich auf Gewerbeimmobilien fokussiert. Die bisherigen Rücknahmestopps betrafen Wohnimmobilienfonds, nämlich den Wohnselect von Wertgrund und den Fokus Wohnen Deutschland von Industria. 

Die UBS-Anleger müssen sich nun in Geduld üben. Bis zu drei Jahre darf die Rücknahme von OIF-Anteilen ausgesetzt werden, bevor das nötige Geld mit Notverkäufen erwirtschaftet werden muss. So lange bleibt nur ein Anteilsverkauf auf dem Zweitmarkt als Alternative – mit entsprechenden Abschlägen.

Autobesitzer blieben 2025 weitgehend von Naturgefahren verschont

Im vergangenen Jahr erfassten die deutschen Kfz-Versicherer an kaskoversicherten Fahrzeugen circa 190.000 Schäden durch Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Überschwemmung. Insgesamt flossen dafür rund 650 Millionen Euro an die Besitzer. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Schadensaufwand damit fast halbiert, denn 2024 entstanden Naturgefahrenschäden im Volumen von 1,2 Milliarden Euro. 

Nicht in allen Bundesländern meinte es die Witterung jedoch gut mit den Fahrzeughaltern. So wurden in Niedersachsen (8 Millionen Einwohner) 20.500 Schadensfälle registriert, in Hessen (6,3 Millionen Einwohner) dagegen nur 6.000. Sowohl in absoluten Zahlen als auch in Relation zur Bevölkerung wurde allerdings Nordrhein-Westfalen (18 Millionen Einwohner) mit 59.500 Fällen am stärksten getroffen. 

Mittel- und langfristig gehen die Versicherer von anschwellenden Schadenszahlen aus, da mit häufigeren Extremwetterlagen gerechnet wird. Wer sich als Autobesitzer gegen das Naturgefahrenrisiko wappnen will, braucht eine Kaskoversicherung – die Haftpflichtversicherung deckt nur Schäden an fremden Fahrzeugen ab.

Mieten verteuern sich weiter, Kaufpreise stagnieren 

Wohnungsmieter in Deutschland müssen Jahr für Jahr tiefer in die Tasche greifen. Auch für das erste Quartal 2026 vermeldet der Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erneut Steigerungsraten deutlich über der allgemeinen Inflation. So müssen Neumieter in Düsseldorf 5,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor zahlen, in Köln 5,7 und in Hamburg 5,1 Prozent. Auch im „Speckgürtel“ rund um Metropolen ziehen die Mieten unvermindert an, rund um die Top-7-Städte um 4,2 Prozent, im Umland der übrigen Großstädte um 3,9 Prozent. Deutschlandweit betrug die Mietpreiszunahme 3,5 Prozent. 

Weniger dynamisch entwickeln sich die Immobilien-Kaufpreise: Sowohl Wohnungen als auch Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich gegenüber dem Vorquartal lediglich um 0,1 Prozent. Auf Jahressicht legten die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,7 Prozent zu, die für Eigentumswohnungen dagegen um 2,5 Prozent. Die IW-Marktanalysten führen diese Zahlen wesentlich auf das hohe Zinsniveau zurück. Zudem werden wenig energieeffiziente Gebäude immer häufiger mit einem Preisabschlag versehen.

„Bis zu 200 Prozent mehr rausholen“? Vorsicht vor Rückabwicklern! 

In Social Media und auf finanzbezogenen Onlineforen werben sogenannte Rückabwickler von Lebens- und Rentenversicherungen mit vollmundigen Versprechen für ihre Dienste: „Bis zu 200 Prozent mehr aus ihrem Vertrag rausholen!“, heißt es da etwa. Dafür müssten die Kunden lediglich die Ansprüche aus „schlechten“ Verträgen auf ein Drittunternehmen übertragen. Auch nach Abzug der Gewinnmarge für den Rückabwickler soll dann für den Versicherungsnehmer noch weit mehr als bei einer regulären Kündigung übrigbleiben.

In der Realität geht diese Rechnung selten auf, wie die Verbraucherzentrale Hamburg aktuell warnt. In vielen Fällen erhielten die Kunden kaum mehr drei Viertel des Rückkaufswertes, der ihnen nach einer normalen Kündigung zusteht. Hinzu kämen häufig noch Abzüge für Anwalts- oder Gutachtenkosten. „Unser Eindruck ist, dass die Anbieter jeden Vertrag für geeignet erklären und die Versprechungen überwiegend heiße Luft sind. In vielen Fällen sehen wir sogar gute Ansätze für eine Anwaltshaftung“, berichtet Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg. 

Wer mit der Rendite seiner Lebens- oder Rentenversicherung unzufrieden ist, sollte professionellen, unabhängigen Rat suchen – nur dann lassen sich alle offenstehenden Optionen objektiv gegeneinander abwägen.

Inflation hemmt Kapitalaufbau fürs Alter 

Die merklichen Verbraucherpreissteigerungen der jüngeren Vergangenheit wirken sich auf das Vorsorgeverhalten der Bundesbürger aus. In einer repräsentativen Umfrage eines großen Versicherers gaben 41 Prozent an, infolge der Inflation weniger für den Ruhestand auf die Seite zu legen. 2023 waren es in einer Vorläuferumfrage 32 Prozent. 

Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer spart regelmäßig fürs Alter: 13 Prozent bis zu 100 Euro im Monat, 15 Prozent zwischen 100 und 200 Euro, 10 Prozent zwischen 200 und 300 Euro sowie 14 Prozent einen höheren Betrag. Ebenfalls 52 Prozent beträgt der Anteil derjenigen, die gern mehr in die langfristige Vorsorge investieren würden, aber nicht die Mittel dafür haben. Mit 35 Prozent verzichtet mehr als jeder Dritte gänzlich auf Sparbemühungen. 

Um mehr Liquidität für die Altersvorsorge zu gewinnen, würden 31 Prozent am ehesten bei Restaurantbesuchen, Lieferdiensten und Ausgehvergnügen den Rotstift ansetzen. Bei Kleidung, Technikgeräten und dergleichen würden sich 30 Prozent einschränken, während 21 Prozent ihre Urlaube und Reisen beschneiden würden.

So sind die Deutschen versichert 

Alle fünf Jahre wird die repräsentative „Einkommens- und Verbrauchsstichprobe“ (EVS) erhoben, für die das Statistische Bundesamt rund 60.000 Haushalte befragen lässt. Auch die abgeschlossenen Versicherungen stehen dabei im Fokus und wurden nun für die jüngste Umfrage vom Versicherer-Gesamtverband GDV ausgewertet. Unter den freiwilligen Versicherungen erreicht die private Haftpflichtpolice mit über 89 Prozent die höchste Verbreitung. Bei der letzten Befragung waren es noch knapp 83 Prozent. Auch die Abdeckung mit Hausratversicherungen stieg von 75,7 auf 78 Prozent. Zuwächse gab es, wenn auch auf niedrigerem Niveau, ebenfalls bei der Rechtsschutzversicherung, über die nun fast jeder zweite Haushalt in Deutschland verfügt (zuvor 46,3 Prozent). Den größten Sprung – von 31,6 auf 47,5 Prozent – vollzogen private Krankenzusatzversicherungen. 

„Heute schützen sich die Menschen umfassender vor alltäglichen und existenziellen Risiken. Daran sieht man, welchen Stellenwert finanzielle Sicherheit für viele Haushalte hat“, kommentiert GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen die Ergebnisse.

Wie die Generationen bei der Geldanlage ticken 

Im Auftrag einer großen Versicherungsgesellschaft hat forsa rund 1.000 volljährige Bundesbürger zu ihrem Anlageverhalten befragt und die Ergebnisse nach Generationen aufgeschlüsselt. Wie schon in vergleichbaren Erhebungen zuvor zeigt sich bei jüngeren Menschen eine deutlich größere Affinität zu den Kapitalmärkten. Zudem tätigen sie ihre Investments häufiger auf digitalen Plattformen. Besonders groß ist die generationelle Lücke beim Thema Kryptowährungen: Während knapp jeder fünfte unter 30-Jährige Geld in Bitcoin, Ether & Co. gesteckt hat, trifft das nur auf jeden 50. über 60-Jährigen zu. Die Kohorten ab 45 Jahren setzen lieber auf klassische Assetklassen wie Immobilien, Tages- und Festgeld oder Lebensversicherungen. 

Gemeinsam ist den Generationen, dass Sicherheit für sie im Zweifel wichtiger ist als Rendite. Allerdings auch hier mit unterschiedlichen Margen: Nur 8 Prozent der über 60-Jährigen, aber 19 Prozent der unter 30-Jährigen priorisieren die Rendite. Über alle Altersgruppen hinweg sind es 13 Prozent, während 47 Prozent der Sicherheit den Vorzug geben.

April 2026

Mardersaison beginnt –Schutzmaßnahmen können sich auszahlen 

Zu Marderbissen im Motorraum kommt es zwar rund ums Jahr, doch von April bis Juni sind die nachtaktiven Raubtiere besonders aggressiv. Nehmen sie dann in „ihrem“ Revier die Duftmarken von Konkurrenten wahr, zerbeißen sie unbarmherzig die markierten Leitungen. Die Folgen können gefährlich und kostspielig sein. Vor allem bei Elektroautos: Hat ein Marder ein Hochvoltkabel beschädigt, muss häufig der komplette Kabelsatz erneuert werden. 

Die Zahl der kaskoversicherten Schadensfälle ist zuletzt nach Angaben des VersichererGesamtverbands deutlich gestiegen: 2024 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) wurden mehr als eine Viertelmillion Marderbissschäden reguliert, ein Plus von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommt eine unbekannte Dunkelziffer unversicherter Fälle. 

Zum Schutz empfiehlt es sich, regelmäßig den Motorraum auf Marderspuren zu checken. Dazu gehören Kot- oder Uringeruch, Bisskerben in Kabeln, Schläuchen oder Dämmstoff, Fellreste und Pfotenspuren. Gegebenenfalls sollte man den Motorraum sorgfältig reinigen und so vorhandene Duftmarken tilgen. Zudem halten feinmaschige Drahtgitter unter dem Motor Marder fern, ExtraUmmantelungen können Kabel wappnen, und mit elektrischen Kontaktstellen lassen sich die Tiere bei Berührung mit ungefährlichen, aber unangenehmen Stromstößen vergrämen. Last, not least sollte man sich mit einer Teil- oder Vollkaskoversicherung vor den Kostenrisiken schützen.

Finanzaufsicht sieht Risikoeinstufung offener Immobilienfonds kritisch 

Über Jahrzehnte hatten offene Immobilienfonds (OIFs) den Ruf einer soliden Portfoliobeimischung – nicht sehr renditestark, aber schwankungsarm und mit geringem Verlustrisiko. Doch die Branche ist unter Druck geraten, insbesondere durch steigende Zinsen und durch strukturelle Markttrends im Gewerbesegment. Die Anleger reagieren auf die kargen Renditen und die wachsenden Unsicherheiten mit Rückzug: Mehr als zehn Milliarden Euro zogen sie seit Januar 2025 unterm Strich aus OIFs ab, woraufhin zwei Fonds bereits einen Rücknahmestopp verhängten. 

In diesem Kontext dürfte auch ein Interview von Marc Branson, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), mit der „Süddeutschen Zeitung“ nicht als vertrauensbildende Maßnahme wirken. Der oberste Finanzaufseher der Republik moniert einen häufig „vertriebsgetriebenen Verkauf“ von OIFs, die vorwiegend in Banken und Sparkassen angeboten werden. Zudem sei es fragwürdig, dass die Fonds oft der niedrigsten Risikoklasse zugeordnet werden. Die vorgeschriebenen Beratungsprotokolle seien kaum hilfreich für die Anleger, da sie zu schwer verständlich seien.

Gute Noten für Krankenhaus-Zusatzversicherungen

Wer bereits als Kassenpatient einen längeren Klinikaufenthalt absolviert hat, weiß in der Regel, was ein Privatversicherten-ähnlicher Status wert ist: Man genießt die Ruhe eines Ein- oder Zweibettzimmers, bessere Verpflegung und vor allem Chefarztbehandlung. Ebendies verschaffen Krankenhaus-Zusatzpolicen auch gesetzlich Versicherten, weshalb sie kontinuierlich weitere Verbreitung finden. 

Dass die Tarifqualität am Markt stimmt, zeigt eine aktuelle Analyse der Stiftung Warentest: Von den 72 untersuchten Tarifen erhielt jeder vierte die Bestnote „sehr gut“. Einbezogen wurden von vornherein nur Angebote mit Alterungsrückstellungen, weil sie langfristig beitragsstabiler sind, wofür die Prämien zu Anfang etwas höher ausfallen. Überdies galten die folgenden Mindestanforderungen: freie Klinik- und Arztwahl, Ein- oder Zweibettzimmer, lebenslange Laufzeit und Erstattung von Arzthonoraren bis zum (3,5-fachen) Höchstsatz der Gebührenordnung. Ein Spitzentarif muss nicht teuer sein: Bereits ab rund 30 Euro Monatsbeitrag lassen sich als „sehr gut“ bewertete Tarife abschließen.

Nachhaltige Geldanlage: Momentum verloren? 

Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Allgemeinen erleben aktuell starken Gegenwind in Öffentlichkeit und Politik. Das macht sich auch in der Nachfrage nach entsprechenden Finanzprodukten bemerkbar, wie eine gemeinsame Umfrage der Universität Kassel, des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) und des AfW Bundesverbands Finanzdienstleistungen ergab. 

Nur ein gutes Fünftel der rund 250 teilnehmenden Finanzanlagenberater berichtet, dass ihre Kunden ein hohes oder sehr hohes Interesse am Thema Nachhaltigkeit haben. Vor vier Jahren waren es noch mehr als die Hälfte der Befragten. Den Hauptgrund für die schwindende Bedeutung nachhaltiger Geldanlagen sehen die Berater in den regulatorischen Anforderungen, die über 80 Prozent als unangemessen empfinden –zu kompliziert, zu wenig transparent, schwierig zu handhaben. 

Ein anderes Bild zeichnet derweil eine Verbraucherumfrage, die kürzlich im Auftrag eines großen Versicherers durchgeführt wurde. Kernaussage: Mehr als der Hälfte der Bundesbürger ist Nachhaltigkeit bei der Geldanlage wichtig – 35 Prozent „eher wichtig“, 18 Prozent „sehr wichtig“ –, was gegenüber der Vorjahresumfrage einen leichten Anstieg markiert.

Privater Pflegekostenschutz bleibt ausbaufähig 

Pflegeleistungen verteuern sich in Deutschland deutlich schneller als die allgemeinen Lebenshaltungskosten, zuletzt um 9 Prozent auf Jahressicht. Der Eigenanteil bei vollstationärer Pflege liegt mittlerweile im Durchschnitt bei weit über 3.000 Euro monatlich. Dass sich angesichts leerer Sozialversicherungskassen mit der anstehenden Pflegereform maßgebliche Entlastungen für Pflegebedürftige realisieren lassen, glauben nur eingefleischte Optimisten – schließlich wird die Zahl der Pflegefälle allen Prognosen zufolge weiter steigen. Umso wichtiger ist die private Vorsorge, für die ein breites Angebot an privaten Pflegezusatzversicherungen bereitsteht.

Doch dieses effektive Instrument zur Entschärfung eines beträchtlichen Kostenrisikos wird nach wie vor nur von einer Minderheit der Deutschen genutzt: Laut der auf Versicherungen spezialisierten Ratingagentur Franke und Bornberg haben nur 4,1 Millionen Menschen hierzulande eine Pflegezusatzpolice abgeschlossen, weniger als 5 Prozent der Bevölkerung also. „Viele verdrängen das Risiko. Niemand denkt gerne daran, pflegebedürftig zu werden“, erklärt Geschäftsführer Michael Franke die gefährliche Zurückhaltung. Den Betroffenen werde häufig erst, wenn der Pflegefall eintrete, bewusst, welche Schutzlücke bestehe.

Häufig unterschätzt: Dividenden als Gesamtrenditetreiber 

Börsennotierte Unternehmen nutzen die Dividende gern als eine Art Aushängeschild, an dem sich Qualität und Erfolg der Unternehmensführung ablesen lassen. Logische Folge: Kürzungen werden möglichst vermieden und auf Großkrisenzeiten beschränkt, lieber wird Jahr für Jahr eine Erhöhung verkündet, um die Shareholder zufriedenzustellen. So auch in der aktuellen Dividendensaison: Die im STOXX Europe 600 vertretenen deutschen Konzerne werden ihre Auszahlungen trotz Konjunkturflaute voraussichtlich um etwa 2 Milliarden auf circa 58 Milliarden Euro anheben. Insgesamt dürften die in diesem Index abgebildeten Unternehmen 454 Milliarden Euro ausschütten, ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Dividenden können damit einen wichtigen Beitrag zur Gesamtrendite eines Portfolios liefern, der von vielen Anlegern unterschätzt wird. So stammten 39 Prozent der durchschnittlichen Jahresrenditen der MSCI-Europe-Titel in den letzten vier Jahrzehnten aus Unternehmensausschüttungen. In der Region Asien-Pazifik waren es sogar 49 Prozent. Hinzu kommt: Portfolios mit einem hohen Dividendenzahler-Anteil sind statistisch weniger schwankungsanfällig.

PKV-Angebot in Bewegung 

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) dürfte in naher Zukunft weiter an Attraktivität verlieren: Neben Beitragsanhebungen droht der Wegfall der beitragsfreien Mitversicherung von Ehe- und Lebenspartnern, der aktuell in Berlin diskutiert wird. Betroffen wären rund 3 Millionen Menschen, die zukünftig möglicherweise einen pauschalen Mindestbeitrag zahlen müssen. Damit sollen knapp 3 Milliarden Euro Mehreinnahmen für die GKV generiert werden. 

Der Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) wird damit für viele Familien bzw. Paare noch interessanter. Wie ein aktuelles PKV-Vollversicherungs-Rating von Morgen & Morgen zeigt, können sie dabei zwischen zahlreichen hochwertigen Tarifen wählen. „Während die GKV über Leistungskürzungen diskutiert, überzeugt die PKV weiterhin mit leistungsstarken Tarifen und baut aktuell das mittlere Segment weiter aus“, sagt Thorsten Bohrmann, Senior Versicherungsanalyst beim Rüsselsheimer Ratinghaus. Neben neuen Premiumangeboten gebe es am Markt den Trend, modulare Tarife aufzulegen, die einen persönlichen Zuschnitt ermöglichen. Mit dieser größeren Wahlfreiheit gehe allerdings auch ein höherer Beratungsbedarf einher.

Sparquote: Weltklasse, Sparrendite: Kreisklasse 

Trotz wachsender Offenheit gegenüber den Kapitalmärkten horten die Bundesbürger ihr Erspartes am liebsten auf dem Sparbuch, Festgeld- und Tagesgeldkonten, wie eine IpsosUmfrage unter mehr als 3.200 Personen kürzlich erbrachte. Angesichts der geringen Verzinsung dieser Anlageformen läuft das nach Abzug der Inflation in der Regel auf einen Kaufkraftverlust hinaus. Immerhin: Der Anteil der Wertpapieranleger an den Sparenden ist seit der Vorgängerumfrage vor zwei Jahren von 35 auf 40 Prozent gestiegen, wofür vor allem die Generation Z gesorgt hat, also die heute etwa 18- bis 30-Jährigen. 

An Sparbemühungen mangelt es grundsätzlich nicht: Auch in Zeiten schwächelnder Konjunktur legen 43,7 Prozent der Deutschen regelmäßig und 28,4 Prozent hin und wieder Geld beiseite – die Gesamtquote von 72 Prozent liegt sogar zwei Prozentpunkte über dem Wert der letzten Umfrage. Tipps zur Verwahrung und Anlage des Ersparten holen sich die Menschen vorwiegend bei Familie und Freunden (31,2 Prozent) und bei Bank- und Finanzberatern (29,7). Letztere haben im vergangenen Jahr jedoch nur vier von fünf Befragten konsultiert.

März 2026

Strenger Winter erhöht Schlaglochgefahr 

Die ungewohnt frostigen Temperaturen in Deutschland haben den Autofahrern ein tückisches Erbe hinterlassen: deutlich mehr Schlaglöcher als in den Vorjahren, wie beispielsweise der brandenburgische Landesverband Straßenwesen berichtet. Damit steigt auch das Risiko von Schäden am Fahrzeug – an Reifen oder Felgen, Fahrwerk oder Radaufhängung, Spurstange oder sogar Ölwanne. Wer aber trägt die Reparaturkosten? Muss die öffentliche Körperschaft, die jeweils für den Unterhalt der Straße zuständig ist, Schadensersatz leisten? 

Grundsätzlich gilt: Schlaglochschäden übernimmt die Vollkaskoversicherung, die im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung Schäden am eigenen Fahrzeug abdeckt. Wer den Straßenbetreiber in Regress nehmen möchte, hat es schwer, denn dazu muss eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht nachgewiesen werden. „Die Hürden für Schadenersatzansprüche gegen den Staat sind hoch“, erklärt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des VersichererGesamtverbands GDV.„Autofahrer müssen grundsätzlich so fahren, dass sie auf erkennbare Gefahren – dazu zählen auch Schlaglöcher – rechtzeitig reagieren können.

Wohnimmobilien erneut verteuert 

Im vergangenen Jahr sind die Wohnimmobilienpreise in Deutschland doppelt so stark gestiegen wie im Vorjahr, nämlich durchschnittlich um 4,2 Prozent. Nach Berechnungen des Verbands Deutscher Pfandbriefbanken (vdp) haben sich insbesondere Mehrfamilienhäuser verteuert, für die 5,2 Prozent mehr bezahlt werden mussten als 2024. Bei selbst genutztem Wohneigentum betrug die Steigerungsrate 3,0 Prozent. Auch die Mieten legten wieder merklich zu und lagen Ende 2025 um 3,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. 

Damit scheint die Phase nachlassender Preissteigerungsdynamik vorüber zu sein, die sich zuletzt vor allem aufgrund gestiegener Finanzierungskosten gezeigt hatte. Kurz- und mittelfristig spricht wenig für eine Entspannung, da nach wie vor weniger Wohnungen gebaut werden als nötig. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) schätzt, dass in diesem Jahr 215.000 Einheiten fertiggestellt werden – 257.000 müssten es bis 2040 pro Jahr sein. Wie ZIA-Präsidentin Iris Schöberl auf procontra-online hervorhob, „klafft die Lücke zum tatsächlichen Bedarf weiterhin bedrohlich. Wir stecken mitten in einer handfesten Neubaukrise.“

Drei Viertel der Deutschen finden Altersvorsorge (eher) kompliziert 

Wie eine Anfang des Jahres unter rund 2.000 volljährigen Bundesbürgern durchgeführte Umfrage erbrachte, hadert eine große Mehrheit der Deutschen mit dem Thema Altersvorsorge. Als mindestens teilweise kompliziert empfinden es 75 Prozent der Teilnehmer, teilte das Deutsche Institut für Altersvorsorge mit. Als bittere Konsequenz daraus verzichten viele – konkret: 37 Prozent der (teilweise) Überforderten – darauf, sich mit ihren eigenen Optionen zu Klassifikation: Geschäftlich - Intern befassen und aktiv Maßnahmen in die Wege zu leiten. Das ist umso bedenklicher, als gerade Menschen mit geringem Einkommen die Altersvorsorge überproportional als komplex wahrnehmen. So attestieren sich nur 13 Prozent der Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.000 Euro Durchblick bei dem Thema; in der Einkommensspitzengruppe oberhalb von 4.000 Euro sind es 28 Prozent. 

Wichtig zu wissen: Man muss das Thema Altersvorsorge nicht in allen Verästelungen durchschauen, um gezielt und ausreichend für den Ruhestand vorbauen zu können. Entscheidend ist guter, unabhängiger Rat, und den gibt es bei der Finanzberaterin oder dem Finanzberater des Vertrauens.

Anti-Greenwashing-Gesetz beschlossen 

Nachdem die Zustimmung des Bundesrates kürzlich erfolgt ist, wird am 27. September dieses Jahres eine Ergänzung zum Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) in Kraft treten, die sich gegen die unberechtigte Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen als „nachhaltig“ oder „grün“ wendet. Zukünftig dürfen solche verkaufsfördernden Labels nur noch kommuniziert werden, wenn die behaupteten Umwelteigenschaften im selben Medium erläutert, mit einem unabhängigen Siegel testiert oder mit EU-Recht begründet werden. Dabei müssen auch überprüfbare Umweltziele benannt werden, die regelmäßig von neutraler Stelle zu begutachten sind. Für die Bezeichnungen „klimaneutral“, „klimaschonend“ oder „CO2-positiv“ reicht es ab September nicht mehr aus, Kompensationsmaßnahmen zu finanzieren. 

Für die Konsumenten bedeutet das mehr Durchblick und Transparenz bei der Auswahl (auch) von Finanzprodukten, die häufig eine Nachhaltigkeitswirkung versprechen, ohne dass diese konkret nachvollziehbar wäre. Auf der anderen Seite könnten die Kosten steigen, da auf viele nachhaltigkeitsorientierte Anbieter zusätzliche Nachweispflichten zukommen.

Große Mehrheit der Arbeitnehmer wünscht sich betriebliche Pflegevorsorge 

3.245 Euro pro Monat müssen Pflegebedürftige derzeit durchschnittlich bei Unterbringung im Pflegeheim zuzahlen –Tendenz: weiter stark steigend. Ein Kostenrisiko, das für viele Bundesbürger nur mithilfe einer privaten Pflegezusatzversicherung beherrschbar wäre. Doch deren Verbreitung ist nach wie vor besorgniserregend überschaubar. Auch daran dürfte es liegen, dass die betriebliche Pflegeversicherung (bPV) bei Arbeitnehmern hoch im Kurs steht. 

Gemäß einer Civey-Umfrage im Auftrag des PKV-Verbands würden es 76,3 Prozent der 2.500 teilnehmenden Arbeitnehmer begrüßen, wenn ihr Arbeitgeber eine bPV einführen würde. Fast zwei Drittel bewerten eine bPV sogar höher als andere beliebte Benefits wie ÖPNV-Ticket oder Diensthandy.

„Betriebliche Absicherungen werden angesichts der demografischen Entwicklung immer relevanter“, konstatiert der Vorstandsvorsitzende des PKV-Verbands Thomas Brahm. „Die kapitalgedeckte betriebliche Pflegeversicherung kann das finanzielle Risiko dieser Pflegelücke nicht nur effizient zu günstigen Prämien, sondern auch nachhaltig und generationengerecht absichern.“

Fondsbranche blickt auf „starkes Jahr“ zurück 

154 Milliarden Euro flossen den in Deutschland verwalteten Investmentfonds 2025 netto zu, so viel wie seit fünf Jahren nicht mehr. Matthias Liermann, Präsident des Fondsverbands BVI, spricht daher von einem „starken Jahr“ für die Branche, die nunmehr die stattliche Summe von 4.851 Milliarden Euro in ihren Büchern hat. Ein wesentlicher Treiber waren erneut ETFs, die 57 Milliarden Euro Zuwachs verzeichneten, während offene Publikumsfonds 86 Milliarden akquirieren konnten. 

„Die Teilhabe am Kapitalmarkt nimmt spürbar zu. Immer mehr Menschen erkennen, dass Wertpapiere ein zentraler Baustein für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge sind“, kommentiert Liermann die Entwicklung. Ablesen lässt sich diese auch an Zahlen der Bundesbank, die aktuell rund 37 Millionen Wertpapierdepots registriert hat – 2020 waren es noch 23 Millionen. Allein in den vergangenen beiden Jahren kamen 6 Millionen Depots hinzu. Ausschlaggebend dürften neben der generell wachsenden Offenheit gegenüber den Kapitalmärkten auch die Börsenkurse in diesem Zeitraum gewesen sein, die von einem Rekordhoch zum nächsten jagten.

Wehrlos gegen Extremwetter 

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 2.005 Bundesbürgern, von denen 991 mindestens eine Immobilie besitzen, offenbart bedenkliche Lücken im Schutz der Gebäude gegen Extremwetterereignisse. Obwohl Starkregen und Überschwemmungen nach den gängigen Prognosen deutlich zunehmen werden, verfügt nur jedes dritte Haus über verschließbare Kellerfenster, die das Wasser draußen halten können – die meisten Immobilien sind mit offenen Fenstergittern nur unzureichend geschützt. Noch leichter hat es Abwasser, das von unten über die Kanalisation ins Haus drängt: Lediglich 18 Prozent der Gebäude sind mit einer Rückstauklappe dagegen gewappnet. Weitere Schutzvorrichtungen wie Mauern oder mobile Schotten finden sich noch weit seltener. 

Mit vergleichsweise einfachen Präventionsmaßnahmen lässt sich das potenzielle Schadensausmaß wirksam begrenzen. Neben baulichen Veränderungen sind Hausbesitzer zudem gut beraten, sich mit einem Elementarschutz-Baustein als Teil der Wohngebäudeversicherung gegen das verbleibende Kostenrisiko zu rüsten.

Von „Sonstiges“ zur eigenen Assetklasse: Rechenzentren 

Im Zuge des KI-Hochlaufs werden immense Serverkapazitäten benötigt, allerorten sprießen daher momentan neue Rechenzentren aus dem Boden. Mittlerweile haben sie den Status einer vollwertigen Assetklasse im Gewerbeimmobiliensegment erreicht, sodass das Beratungsunternehmen Colliers eigene Zahlen für die zuvor unter „Sonstiges“ geführten Data Center ausweist. Und die haben es in sich: Während Logistik- und Industriegrundstücke oft für dreistellige Quadratmeterpreise zu haben sind, kommen Flächen für Rechenzentren auf bis zu 3.000 Euro. 

„Da, wo die anderen Assetklassen aufhören, fangen Data Center erst an“, bringt Katja Caspers, Senior Consultant bei Colliers, die Entwicklung auf den Punkt. Im vergangenen Jahr wurde mit Rechenzentren und dafür designierten Grundstücken in Deutschland ein Transaktionsvolumen von 1,2 Milliarden Euro erzielt, etwa 5 Prozent des Gewerbeimmobilien-Gesamtvolumens von 25,2 Prozent. Den Löwenanteil machten Grundstücksdeals aus, bestehende Data Center steuerten nur rund 140 Millionen Euro zum Umsatz der Neu-Assetklasse bei. Der Hauptgrund für die hohen Quadratmeterpreise liegt in den speziellen Anforderungen, die Rechenzentren stellen: hohe, möglichst günstige Strommengen werden benötigt, ebenso eine unkomplizierte Anbindung an sogenannte Cloud-Availability-Zonen, und das Baurecht muss passen.

Februar 2026

Ende des E-Auto-Preisvorteils in der Vollkaskoversicherung 

Wer in den vergangenen Jahren ein Elektroauto mit Vollkaskoschutz versichern ließ, konnte davon ausgehen, dass die Prämie niedriger liegen würde als bei einem typgleichen Verbrenner. Die Versicherer verfügten anfangs kaum über Erfahrungen mit dem Schadensaufkommen bei Stromern und wollten sich in diesem jungen, stark wachsenden Marktsegment mit attraktiven Prämien eine gute Positionierung sichern. 

Die Schadensbilanzen offenbaren nun jedoch immer klarer, dass die Ungleichbehandlung kalkulatorisch nicht gerechtfertigt ist: Zwar kommt es bei E-Autos seltener zu Schäden, doch diese fallen dann im Durchschnitt deutlich höher aus. In der Folge sind die Beiträge für E-AutoHalter gemäß der Auswertung eines großen Vergleichsportals mittlerweile auf das Niveau der Verbrenner-Pendants gestiegen – und bei knapp der Hälfte aller verglichenen Vollkaskotarife sogar darüber hinaus. Demgegenüber ist nur noch rund ein Drittel der Stromertarife günstiger. Beim restlichen Fünftel gibt es keinen Preisunterschied zwischen E- und Verbrennervariante.

Gold und Silber knacken „magische“ Marken 

Die Kursentwicklung an den Edelmetallmärkten hat in den vergangenen Monaten die kühnsten Fantasien übertroffen. Letzte Woche übersprang der Goldpreis erstmals die Marke von 5.000 USDollar, nachdem er ein Jahr zuvor noch unter 2.800 gelegen hatte – ein Plus von über 80 Prozent also. Und noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn die Rallye setzte sich gleich bis auf mehr als 5.500 Dollar fort. Damit stehen allein im Januar Kursgewinne von rund 25 Prozent zu Buche. 

Noch staunender verfolgen Silberanleger die Entwicklung ihrer Portfolios. Bis in den Mai 2025 hinein dümpelte der Kurs um die 30-Dollar-Marke. Seither hat er sich knapp vervierfacht und ist folglich in den dreistelligen Bereich vorgestoßen. Um mehr als 50 Prozent legte er seit Jahresanfang zu. 

Einige Analysten sehen insbesondere bei Gold noch weitere Luft nach oben und halten 7.000 Dollar und mehr pro Feinunze für möglich. Zugleich gibt es warnende Stimmen, die vor Rücksetzern warnen und den spekulativen Charakter einer Edelmetallinvestition hervorheben.

Eigenbeteiligung für stationäre Pflege steigt auf 3.245 Euro 

Nach Angaben des Verbands der Ersatzkassen (vdek) verteuert sich die stationäre Pflege in Deutschland weiterhin mit einem Vielfachen der allgemeinen Inflationsrate. Konkret: um 9 Prozent auf Jahressicht. Dadurch müssen die Pflegebedürftigen aktuell im ersten Aufenthaltsjahr durchschnittlich 3.245 Euro aus eigener Tasche zuzahlen, im Januar 2025 waren es noch 2.984 Euro.  

Die Eigenbeteiligungen fallen indes von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich aus. Am geringsten sind sie in Sachsen-Anhalt mit 2.720 Euro, aber auch in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern (beide 2.903 Euro) bleiben sie weit unter dem Schnitt. Am tiefsten müssen Bremer Pflegebedürftige in die Tasche greifen, hier kostet ein Pflegeplatz im ersten Jahr monatlich 3.637 Euro.

Die neuen Zahlen erhöhen nochmals den Druck auf die Bundesregierung, die Pflegeversicherung strukturell zu reformieren. Doch selbst wenn es einen großen Wurf geben sollte – um merkliche Eigenbeteiligungen dürften die Pflegebedürftigen auch in Zukunft nicht herumkommen. Die Bundesbürger tun deshalb gut daran, sich mit einer privaten Pflegeversicherung für die „Kostenfalle Pflege“ zu wappnen.

OIF-Anleger nach Rückgabestopp verunsichert 

Fallende Immobilienpreise, starke Mittelabflüsse, bescheidenes Neugeschäft: Die letzten Jahre waren für die deutschen offenen Immobilienfonds (OIFs) nicht einfach. Seit August 2023 zogen die Anleger unterm Strich 13,4 Milliarden Euro aus den Fonds ab, allein im vergangenen November knapp 600 Millionen. Über die erforderliche Liquidität zur kurzfristigen Rücknahme der Anteile verfügen offenbar nicht alle OIFs – Mitte Januar verkündete das Management des „WohnSelect D“, dass die rückgabewilligen Investoren sich noch gedulden müssen. Mit der Aussetzung sollen Notverkäufe von Bestandsobjekten vermieden werden, um diese nicht unter dem eigentlichen Wert zu veräußern. 

Zwar gehört der „WohnSelect D“ nicht zu den Schwergewichten der Branche, dennoch sorgte der Rückgabestopp für Verunsicherung unter Anlegern. Die Ratingagentur Scope gibt jedoch nach einer Befragung von OIF-Managern vorsichtig Entwarnung: Die meisten Fonds sähen sich gut aufgestellt, bei einigen habe sich die Lage zuletzt verbessert. Auch die Renditen, im letzten Jahr im Negativbereich, zögen wieder an.

Welche Städte am stärksten unter dem Klimawandel leiden werden 

IW Consult, ein Tochterunternehmen des Instituts der deutschen Wirtschaft, hat zusammen mit der „WirtschaftsWoche“ und weiteren Partnern den „Klimaindex 2050“ vorgestellt. In der Studie werden die Folgen des Klimawandels für die 71 kreisfreien deutschen Großstädte prognostiziert. Zehn Risiken stehen dabei im Fokus: Hitzestress, Hitzewellen, Wasserknappheit, Dürrestress, Starkregen, Überschwemmungen, Sturmfluten, Sturm, Tornado und Hagel. 

Die stärksten Auswirkungen erwarten die Analysten in Bremerhaven, das auf einen Klimaindexwert von 5,03 kommt. Vor allem das hohe Risiko von Sturmfluten ist dafür ausschlaggebend. Wie alle anderen Metropolen muss sich die Küstenstadt zudem auf häufigere und heftigere Stürme einstellen. Im Gefährdungsranking folgen Mannheim (4,71), Ludwigshafen am Rhein (4,69), Bremen (4,51) und Heidelberg (4,49), in denen Stürme und Überschwemmungen die Hauptrisiken darstellen. Die geringste Gefährdung sehen die Studienautoren in Remscheid (3,14), Bielefeld (3,19) und Salzgitter (3,24).

Frauen an die Kapitalmärkte 

Während die Deutschen schon in der Gesamtheit traditionell börsenscheu sind und damit viel potenzielle Rendite liegen lassen, gilt das erst recht für die Bundesbürgerinnen. Sie engagieren sich deutlich seltener als Männer an den Kapitalmärkten, worin einer der Gründe für ihr höheres Altersarmutsrisiko besteht. 

Jüngste Zahlen des Deutschen Aktieninstituts machen jedoch Hoffnung: 2025 waren demnach 24 Prozent mehr Frauen in Aktien (inklusive Fonds und ETFs) investiert als im Vorjahr; bei den Männern betrug der Zuwachs 12 Prozent. Damit sind nunmehr rund 5,4 Millionen Frauen im Besitz von Aktien – die Lücke zu den aktuell 8,7 Millionen männlichen Aktienanlegern hat sich ein wenig geschlossen, nachdem sie sich 2024 noch vergrößert hatte. 

Für einen kontinuierlichen Anstieg der Aktionärszahlen sorgen insbesondere jüngere Menschen. Von den unter 40-Jährigen investiert mittlerweile jeder zweite regelmäßig in ETFs oder aktive Aktienfonds. „Der gesellschaftliche Rückenwind für die Aktie ist so stark wie nie“, freut sich Henriette Peucker, Geschäftsführende Vorständin des Deutschen Aktieninstituts. „Die Menschen in Deutschland haben erkannt, dass für gute Langfristerträge kein Weg an der Aktie vorbeiführt.“

Vorsicht vor unseriösen Online-Kfz-Sachverständigen! 

Für die Regulierung vieler Versicherungsschäden am Auto muss ein Sachverständigengutachten eingeholt werden. Sehr bequem erscheint es da, diese Obliegenheit in wenigen Minuten online erledigen zu können. Genau das versprechen manche Anbieter: Der Kunde müsse nur Fotos hochladen und einige Angaben machen, den Rest erledige das Gutachtenbüro – ohne Vor-OrtTermin. Wörtlich: „Wir schicken Ihr Kfz-Gutachten direkt an die Versicherung. Durch die schnelle und unkomplizierte Abwicklung mit der Versicherung erhalten Sie die Auszahlung schneller.“ 

So einfach geht es jedoch nicht, wie das Landgericht Bremen kürzlich in einem (noch nicht rechtskräftigen) Urteil feststellte. Damit ein Kfz-Gutachten rechtlich Bestand hat, muss es auf Grundlage einer persönlichen Inaugenscheinnahme durch den Sachverständigen erstellt werden. Anderenfalls können und werden die Versicherer es ablehnen. Zudem ist das Versprechen, die Abwicklung zu übernehmen und für eine schnelle Auszahlung zu sorgen, unzulässig, da dies eine Rechtsdienstleistung darstellen würde.

Deutsche bleiben gegenüber Kryptos zurückhaltend 

Was Kryptowährungen sind, ist laut einer aktuellen Umfrage des Beratungsunternehmens BearingPoint mittlerweile neun von zehn Bundesbürgern bekannt. Doch nur ein gutes Viertel der rund 2.000 Teilnehmer hält Kryptos für eine geeignete Geldanlage, lediglich 18 Prozent besitzen selbst Coins. Zum Vergleich: Aktien finden 68 Prozent anlagetauglich, Gold 72 Prozent. 

Die Zurückhaltung gegenüber Bitcoin, Ethereum & Co. liegt vor allem in deren Wertschwankungen begründet, die auf 51 Prozent der Befragten abschreckend wirken. 41 Prozent hält die schwache Regulierung des Marktes von einem Kryptoengagement ab, während ebenso viele die Aufbewahrung von Kryptowerten als zu unsicher erachten. 

Der Bitcoin-Kurs schwächelte zuletzt zwar, doch Fantasie findet sich unter Kryptoexperten nach wie vor. Die US-Investmentbank JP Morgan hält in den nächsten Monaten eine kräftige Hausse für wahrscheinlich, ihre Wettbewerberin Goldman Sachs erwartet in diesem Jahr gar einen Kurs von 160.000 US-Dollar. Das wäre gegenüber dem Januar ein Plus von fast 80 Prozent. Wo es so viele Chancen gibt, lauern allerdings auch beträchtliche Risiken, wie jedem Anleger klar sein sollte.

Januar 2026

Bundesregierung will Altersvorsorge flexibilisieren 

Das schwarz-rote Bundeskabinett hat Mitte Dezember eine Reform der privaten Altersvorsorge auf den Weg gebracht. Mit Spannung war erwartet worden, ob und wie es mit der Riester-Rente weitergeht. Diese wird nun nicht abgeschafft, aber um ebenfalls staatlich geförderte Alternativen ergänzt. Ab Januar 2027 sollen neben Vorsorgeprodukten mit 100 Prozent Beitragsgarantie auch solche mit 80 Prozent abgeschlossen werden können. Zudem wird ein garantiefreies Altersvorsorgedepot gefördert, das voll von den Chancen des Kapitalmarktes profitieren kann. 

Wer bereits über einen Riester-Vertrag verfügt, soll künftig entscheiden können, ob dieser unverändert fortgeführt, abgewandelt oder in ein neues Modell übertragen wird. Dazu sollen Wechsel zwischen Altersvorsorgeverträgen vereinfacht werden, unter anderem indem nach fünf Vertragsjahren keine Wechselgebühren mehr verlangt werden dürfen. Die bisher zu Beginn anfallenden Abschluss- und Vermittlungskosten sollen auf die gesamte Vertragslaufzeit gestreckt werden. Überdies sind besonders hohe Förderungen für Vorsorgesparer mit geringem oder mittlerem Einkommen und für Eltern geplant.

Deutsche Wirtschaft startet „ohne Aufbruchsstimmung“ ins neue Jahr 

Mit dem Jahreswechsel verknüpft sich für die deutschen Unternehmen offenbar wenig Hoffnung auf eine baldige Konjunkturwende. Der vom Münchener ifo-Institut unter circa 9.000 Führungskräften erhobene Geschäftsklimaindex sank im Dezember auf 87,6 Punkte, nachdem er im Vormonat noch bei 88,0 gelegen hatte. Während die Aussichten des Baugewerbes auf niedrigem Niveau verharrten, trübten sich die des verarbeitenden Gewerbes, im Handel und bei Dienstleistungsanbietern ein. „Das Jahr endet ohne Aufbruchsstimmung“, resümiert ifo-Chef Clemens Fuest. 

Einen Lichtblick bot lediglich die Gastronomie, deren Dezemberumsätze erfreulich ausfielen und die zudem der zum 1. Januar in Kraft getretenen Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Speisen entgegensah. Eine breitere Aufhellung der Konjunktur erwarten viele Experten noch für dieses Jahr, in dem die immensen schuldenfinanzierten Verteidigungs- und Infrastrukturinvestitionen des Bundes das Wachstum ankurbeln dürften. Damit würde eine über dreijährige Rezessionsund Stagnationsphase überwunden.

KI sorgt für höhere Vertrauensschäden bei Unternehmen 

In immer mehr Firmenbetrugsfällen setzen die Kriminellen künstliche Intelligenz ein, um Sicherheitsmechanismen zu umgehen. So hilft KI etwa bei der Identifizierung potenzieller, leicht erreichbarer Opfer und bei der glaubwürdigeren Gestaltung von Hacking- und Phishing-Mails. Auf diese Weise gelangen die Betrüger an geschützte Daten oder veranlassen – scheinbar im Namen von Vorgesetzten – Zahlungen auf ihre Konten. 

Wie die deutschen Kreditversicherer berichten, treibt dieses Vorgehen die Schadensvolumina in der Vertrauensschadenversicherung nach oben. Gemäß einer vorläufigen Hochrechnung dürfte die Gesamtsumme für 2025 über 200 Millionen Euro betragen, ein Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da nur die versicherten Fälle erfasst werden, ist das tatsächliche Schadensausmaß wesentlich größer. 

Die Kreditversicherer empfehlen den Unternehmen daher dringend, wachsam zu sein und ihre Sicherheitsvorkehrungen zu optimieren. Dazu gehören nicht nur technische und organisatorische Schutzmaßnahmen, sondern auch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter, um sie für die sich wandelnden Risiken zu sensibilisieren.

Tagesgeldzinsen erneut gesunken 

Während die Europäische Zentralbank den Leitzins weiterhin bei 2,0 Prozent belässt, müssen Tagesgeldsparer sich mit einer weiterhin schrumpfenden Verzinsung begnügen –zumindest wenn sie bei ihrer Bank Bestandskunden sind. Das ergab die Marktanalyse eines großen Vergleichsportals. 

Insbesondere regionale Geldhäuser, also Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, knausern beim Tagesgeld. So legen 38 Prozent von ihnen einen Minizins von maximal 0,25 Prozent zugrunde – vor einem Jahr waren es nur 24 Prozent. Im Durchschnitt zahlen die Sparkassen 0,37 Prozent, die Genossenschaftsbanken mit 0,42 Prozent kaum mehr. Der durchschnittliche Zinssatz über alle Banken in Deutschland hinweg liegt bei 1,29 Prozent, woraus folgt, dass die bundesweit operierenden Institute deutlich höhere Tagesgeldzinsen leisten. Das attraktivste dauerhafte Angebot am Markt beträgt derzeit 2,3 Prozent. Noch mehr, nämlich über 3 Prozent, sind für Neukunden drin. Nach dem jeweiligen Garantiezeitraum fällt indes auch ihre Verzinsung auf das Bestandskundenniveau der Bank.

Wie lassen sich E-Autos fachgerecht abschleppen und bergen? 

Wenn Elektroautos nach Unfällen nicht mehr fahrtüchtig sind, drohen hohe Kosten durch aufwendige Abschlepp- bzw. Bergeaktionen – häufig aufwendiger als nötig. Eine etablierte Standard-Vorgehensweise gibt es bisher nicht, jede Feuerwehr und jeder Abschleppdienst folgt eigenen Maßgaben. Der resultierende Wildwuchs treibt die Kosten für Versicherungen und am Ende für die Versicherten unnötig nach oben. Für Ungewissheit und Übervorsicht sorgt vor allem das Risiko eines Batteriebrands. 

Mehr Klarheit und Orientierung soll nun eine neue „Handlungsempfehlung zum Bergen, Abschleppen und Transportieren von verunfallten Elektrofahrzeugen“ bringen. Sie wurde von einer Vielzahl von Organisationen erarbeitet, darunter Verbände der Automobilwirtschaft und der Assekuranz, Berufsgenossenschaften, Feuerwehrschulen und der ADAC. Die Hauptbotschaft lautet: Grundsätzlich sollten E-Autos nach Unfällen nicht anders behandelt werden als Verbrenner, solange die Batterie keine starken Beschädigungen erkennen lässt. Zudem sollen die teuren Quarantänezeiten generell verkürzt werden –zur Risikoeinschätzung müsse dabei die Akkutemperatur penibel überwacht werden.

EU-Kleinanlegerstrategie in trockenen Tüchern 

Über zweieinhalb Jahre wurde emsig verhandelt, nun konnten sich die Unterhändler von EU-Parlament und -Mitgliedsstaaten auf einen Kompromiss einigen: Die sogenannte Kleinanlegerstrategie soll den EU-Bürgern künftig mehr Sicherheit, Transparenz und Fairness bescheren, wenn sie Geldanlageprodukte kaufen. Im Kern sollen sie vor einer Transaktion leichter verständliche Informationen erhalten. Zudem werden „Finfluencer“ – also Influencer, die Finanztipps geben – und ihre Kooperationen mit Produktgebern stärker reguliert. 

Ein von manchen Verhandlern gefordertes generelles Provisionsverbot wird es nicht geben. Die Transparenzanforderungen im Rahmen der Provisionsabrechnung werden jedoch deutlich verschärft. Im Gegenzug soll mehr Flexibilität für Berater geschaffen werden, indem die Geeignetheitsprüfung für bestimmte Produkte entschlackt wird. 

Nicht alle Marktteilnehmer sind mit den getroffenen Vereinbarungen glücklich. So fand etwa der Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverbands BVI, Thomas Richter, gegenüber dem Finanzmagazin procontra deutliche Worte: „Die EU hat die Chance vertan, ein überflüssiges Gesetzesvorhaben und damit neue Bürokratie zu verhindern. Die Kleinanlegerstrategie verursacht mehr Aufwand als Nutzen, und praktisch alle Beteiligten sind mit ihr unzufrieden.“

Sicherheit hat für Europäer in der Altersvorsorge Priorität 

Für seinen aktuellen „Pension Survey“ hat der europäische Versicherungs-Dachverband Insurance Europe 12.700 volljährige Personen aus zwölf Ländern zu ihrer Altersversorgung befragt. Die demografische Herausforderung, dass immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentenempfänger finanzieren müssen, betrifft fast all diese Länder ebenso wie Deutschland. Dennoch sorgen 41 Prozent der Befragten nicht privat fürs Alter vor – von den Frauen sogar 46 Prozent. Ähnlich hoch ist mit 40 Prozent der Anteil derer, die wegen der aktuellen wirtschaftlichen Situation Einbußen bei ihrer Altersvorsorge hinnehmen müssen. 

Über alle Länder hinweg gibt eine große Mehrheit der Sicherheit der Altersversorgung den Vorrang vor Renditemöglichkeiten. In Deutschland sind es 82 Prozent, noch darüber liegen Griechen (86), Finnen (85) und Österreicher (83); im europäischen Durchschnitt setzen 81 Prozent diese Priorität. „Das unterstreicht die große Bedeutung verlässlicher Zusagen“, kommentiert Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Kapitalanlage-Immobilie vom Influencer vermitteln lassen? Heikle Idee! 

Ende 2024 wurde bekannt, dass der bekannte Influencer „Immo Tommy“ alias Tomislav Primorac manchen Followern teure Schrottimmobilien vermittelt hatte. Während er aktuell an seinem Comeback arbeitet, lebt sein Geschäftsmodell offenbar fort: Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, dass einige der früheren „Immo Tommy“-Kooperationspartner ungebremst weiter Kapitalanlage-Immobilien vermitteln und dabei die Hand weit aufhalten. 

Die Masche ist dieselbe geblieben: Über Social Media wird behauptet, jeder könne quasi ohne Kapitaleinsatz mit Immobilien schnell und bequem reich werden. Den „Beweis“ dafür erbringen die Influencer schamloserweise selbst, indem sie ihren luxuriösen Lebensstil zur Schau stellen. So taucht einer der Beteiligten in einer ProSieben-Doku auf, die seinen Weg aus einfachen Verhältnissen zum Multimillionär nachzeichnet – unter anderem im Bugatti, im Privatjet und im Hubschrauber über Monaco. Das Geld dafür stammt offensichtlich von arglosen Investoren, die sich von den Influencern an dubiose Immobilien- und Kreditvermittler verweisen lassen. Im Gegenzug für ein angebliches „Rundum-sorglos-Paket“ zweigen diese vom Kaufpreis immense Summen für sich ab – in einem belegten Fall beispielsweise 325.000 Euro von einem Gesamtpreis von 865.000 Euro. Dass die damit völlig überteuerten Immobilien für die Käufer zum Verlustgeschäft werden, ist vorprogrammiert.

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